Herr Baron kommt Barfuß und bezahlt mit einem Knopf
Eine kalte Komödie mit Musik

BARON: Ich schmuggle meine wahren Gedanken jeden Morgen ins Amt hinein und an den Nachmittagen wieder hinaus. Bis jetzt bin ich noch nicht erwischt worden, aber ich fürchte, es geht nicht mehr lange gut. Ich kann sie kaum noch verbergen – sie quellen mir überall heraus.
PERSONEN
Joseph von E. – Baron und Dichter
Marie – eine Wirtin
HANDLUNG

Irgendwo in der Nähe von Berlin um 1830. Ein nasser Mann, in abgerissenen Kleidern und ohne Schuhe, taucht nachts in der Schenke einer kleinen Stadt auf.
Er wirkt desorientiert und redet scheinbar zusammenhangloses Zeug.
Die abgebrühte, männermüde Wirtin hält ihn zunächst nur für einen dieser verrückten Streuner, von denen sie schon genug aus ihrer Schenke hinaus expedieren musste. Schroff will sie ihn wieder auf die Straße treiben, als sie unvermittelt aufhorchen muss: Dieser Mann sagt plötzlich Dinge, die sie eigentümlich berühren und krass abstechen von dem täglichen Gelalle der Säufer um sie herum. Und - diese Stimme hat schon einmal zu ihr gesprochen – vor langer Zeit – in einer Vergangenheit, die sie heute nur noch wie ein schönes Märchenbild umschwebt.
Nach und nach kommen sich beide in diesem Nachtstück auf die Spur, befreien sich gegenseitig aus Gefängnissen, die zuerst ihre Verstecke gewesen waren, in die sie sich, von der Welt beleidigt und scheu gemacht, zurückgezogen hatten.
Am Ende soll wirklich Schluss für ihn sein - aber da hat eine einfache Frau etwas Wichtiges zu sagen.
KRITIKEN
Wie soll man nur in einer Welt voller Bosheit und Grausamkeit vernünftig leben? In dem Stück „Herr Baron kommt barfuß und bezahlt mit einem Knopf” hilft eine einfache Wirtin einem Dichter eine mögliche Antwort zu finden.
Ein kluges Stück, mit der Tragik des Menschseins beschäftigt, unprätentiös umgesetzt.
(Jasmina Puchala – „dziennik teatralny”)