BELL FÜR MICH!
(VIA-GRA)

U.A. Teatr Ludowy Krakau (Volkstheater Krakau) April 2016
Großer Erfolg am Teatr Ludowy Krakau und am Theater Kamienica Warschau sowie in Rostock (DE Theater 602 Rostock)
PERSONEN
WALTHER: Fabrikant, um die siebzig
RENATE: seine Gattin, 56
ROLF: Ein Nachbar, um die sechzig
HANDLUNG
Ein erfolgreicher Unternehmer ist in sein trautes Heim, in dem bis dato nur seine Frau regierte, zurückgekehrt und versucht nun vieles nachzuholen, was durch die Konzentration auf seinen Erfolg zwischen ihnen verpasst wurde – unter anderem auch in ihrem Ehebett.
An diesem Abend hat er sich entschlossen wieder Leben ins gemeinsame Lager zu bringen und schluckt vorsichtshalber auf Anraten seines Nachbarn und Freundes eine Dosis Viagra.
Nach einigen mühevollen Abwehrschlachten ihrerseits, und als beide schon in einen frustrierten Schlaf fallen wollen, geht die neue Alarmanlage hoch und ein wahrer Höllenritt durch Vergangenheit und Gegenwart ihrer Ehe hebt an.
Am Ende wird geschossen, keiner blutet – aber alle sind verletzt.
KRITIKEN

Intelligente Komödien lassen uns nicht nur Lachen, sondern auch reflektieren.
Auch das Stück des in Polen bekannten und beliebten deutschen Autors Fred Apke, dessen Stücke uns mit fast „perversen“ Dialogen und Situationen unterhalten, schafft eben das.
Schon der Titel deutet an, dass sich zwischen einem älteren Mann und seiner sehr viel jüngeren Frau eine Menge grotesk komischer Abgründe auftun können - wenn der ältere Part die eigentlich „verwelkte“ Beziehung, auch mittels der Chemie, wieder zum Leben erwecken will.
Das Lachen hilft uns diese schmerzhafte Geschichte zu ertragen und reinigt und erlöst uns vielleicht auch ein wenig von unserem eigenen Scheitern.
Das süß - bittere "Via-Gra“ bietet alles, was man von einer guten Komödie erwartet: Tolle Texte, großes Tempo und gute, dichte Schauspielerarbeit.
Ich kann es nur wärmstens empfehlen!
(Włodzimierz Neubart, chochlik kulturalny)
Manch ein Zuschauer mag Parallelen zum eigenen Eheleben festgestellt haben und dem eigenen Scheitern nun gelassener gegenüber stehen.
Das Stück des deutschen Autors Fred Apke schafft es, das Publikum nicht nur zum Lachen zu bringen, sondern auch anzuregen, über das eigene Leben zu reflektieren.
Ganz nach dem Motto von Walter Wildemuth: "Es hätte noch schlimmer kommen können, also geht es mir gut!"
Der Bühne 602 gelingt mit der Aufführung eine eindrucksvolle und auf jeden Fall bemerkenswerte Premiere.
(Anika Naumann, SZ DE)
