Leben ist extrem

PERSONEN
Johanna Scholle geb. Mai. – Um die dreißig.
Patricia Breitling, genannt Pat – Um die dreißig.
Chris Scholle, Johannas Ehemann – Ende dreißig.
Daniel Nebel, Buchhalter – Anfang vierzig.
Marianne Lüders – Vorzimmerdame – Mitte fünfzig
Ort: Chefbüro eines Möbelhauses, Wohnzimmer in der Villa Scholle
HANDLUNG
Daniel Nebel steht das Wasser bis zum Hals: Als Buchhalter hat er die Zahlen im Griff, als Spielsüchtiger am Roulettetisch jedoch die totale Kontrolle verloren. Aus seinen stillen Reserven ist ein existenzbedrohendes Minus geworden. Um die drohende Lohnpfändung abzuwenden, wagt er den Gang ins Allerheiligste: Eine Gehaltserhöhung muss her! Angepeitscht von der resoluten Vorzimmerdame Marianne Lüders, die im Büro am liebsten Regie führt, konfrontiert er seinen Chef Chris Scholle.
Doch Scholle, geplagt von chronischen Rückenschmerzen und dem Druck einer heimlichen Affäre mit der fordernden Bettwaren-Lieferantin Pat, wittert in Nebels finanzieller Not eine ganz andere, skurrile Chance. Statt einer Gehaltserhöhung unterbreitet er seinem Buchhalter ein absolut unglaubliches, moralisch hochexplosives Angebot: Nebel soll Scholles depressive Ehefrau Johanna verführen und intim ablenken – als bezahlter Liebesdienst, um dem untreuen Chef den Rücken für die Geliebte freizuhalten.
Gezwungen, um seine Existenz zu spielen, lässt sich der schüchterne Buchhalter auf das gefährliche Hazardspiel ein. Doch was als zynisches Geschäft beginnt, zündet eine unaufhaltsame Kettenreaktion: Beflügelt von der eigenen Vorstellungskraft wächst Nebel über sich hinaus, und zwischen ihm und Johanna entsteht eine unerwartete, echte Dynamik.
Als schließlich im Chefbüro alle Masken fallen, bricht das mühsam konstruierte Lügengebäude krachend zusammen. Ein großes, lange gehütetes Geheimnis wird gelüftet, das die Machtverhältnisse radikal umkehrt. Am Ende steht der selbstherrliche Chef vor den Trümmern seiner Existenz, während aus einer totalen Niederlage ein ungeahnter, befreiender Neuanfang erwächst.
KRITIKEN
Eine Lektorin:
„Leben ist extrem“ ist eine rasant-boshafte, sprachwitzige und psychologisch tiefgründige Abrechnung mit der käuflichen Moral der Leistungsgesellschaft. Ein modernes Kammerspiel voller Wendungen, bei dem das Rollenspiel paradoxerweise zur bitteren Wahrheit führt – denn das Leben ist eben extrem!