Berlin Love-Story
Eine Komödie

PERSONEN
JAN
32 Jahre, Maler, dürr, nicht groß gewachsen, nicht schön. Seine ganze Gestalt hat etwas Vogelartiges. Wirkt wie ein gutmütiges Kind, das irgendwie in unsere Zeit gerutscht ist und sich darin jeden Tag wieder aufs Neue orientieren muss.
ANNA
28 Jahre – eine sehr schöne Frau, eine pragmatische Einzelkämpferin, misstrauisch und sich selbst gegenüber ziemlich gleichgültig. Ihre Angst vor Nähe und ihr Misstrauen der Welt gegenüber, verbreiten anfangs um sie herum eine Atmosphäre von müder Einsamkeit und Selbstaufgabe.
NINA
30 Jahre, ein Kind ohne Vater, mit einem Kind ohne Vater. Sie ist voller Sehnsucht und Zärtlichkeit, die aber kein Ziel finden. Der Alkohol ist ihr Tröster, der sie immer mehr der Realität entfremdet.
SIEGMAR LAUTERHALS
51 Jahre, körperlich groß, innerlich ein verwachsener Zwerg. Hat diese Politikerattraktivität, die alles verspricht und nichts hält, an der man wie an einem Stück Seife abrutscht
MIKE GRABOWSKI – genannt - die Kugel
54 Jahre, klein, dick, geschniegelte Brutalität, die lächelnd zutritt und für ein paar Euro mehr, die Hölle tanzen lässt.
MARTIN HIMMELMANN
58 Jahre, grau, vorsichtig, traurig. Wirkt so, als sei er irgendwann eingefroren und noch nicht wieder aufgetaut. Ein Wolf im Amt, Zuhause ein Lamm.
HANDLUNG
Berlin Love-Story – Ein skurriler Überlebenskampf über den Dächern der Hauptstadt
Jan ist 32, chronisch pleite und ein Maler, dessen Kunst niemand kaufen will. Seine Mitbewohnerin Anna ist 28, wunderschön, desillusioniert und verdient ihr Geld heimlich als Domina, um die Demenz ihrer Großmutter und die Miete zu finanzieren. Und dann ist da noch die depressive Nachbarin Nina von nebenan, die regelmäßig betrunken über die Balkonmauer klettert, weil sie nicht mehr weiterweiß – im Schlepptau ihr schreiendes Baby Basti, dessen Vater in der Ukraine festsitzt.
Als die Räumungsklage droht und das finanzielle Chaos perfekt ist, flimmert plötzlich der erzkonservative Spitzenpolitiker Siegmar Lauterhals über den Fernsehschirm. Er predigt im Wahlkampf die „heilige Familie“ und traditionelle Werte. Was die Wähler nicht wissen: Lauterhals gehört zu Annas treuesten Sadomaso-Kunden und kriecht privat im Korsett winselnd über den Boden.
Jan, der eigentlich gutmütige Träumer, mutiert angesichts der Existenznot zum kriminellen Mastermind. Er schmiedet einen absurden, hochgradig riskanten Erpressungsplan: Nina soll ihr Baby als uneheliches Kind des Politikers ausgeben. Mit gefälschten Beweisen, Annas Domina-Requisiten und einer gehörigen Portion Berliner Schnauze fordern die drei Underdogs 400.000 Euro Schweigegeld vom Polit-Star.
Was als verzweifelter Bluff beginnt, entwickelt sich rasant zu einer handfesten, turbulenten Farce voller Lügen, moralischer Abgründe und unerwarteter Wendungen. Schaffen es die drei sympathischen Verlierer, das korrupte System mit seinen eigenen Waffen zu schlagen?
Oder fliegt das improvisierte Baby-Komplott im letzten Moment auf?
KRITIKEN
Fred Apkes „Berlin Love-Story“ ist eine messerscharfe, bittersüße Tragikomödie über die Generation Prekariat, die Doppelmoral der Elite und die Frage, wie viel Gaunerei erlaubt ist, wenn man eigentlich nur ein kleines bisschen Glück – und ein Ticket ans Meer – sucht.